– Tag 4

Liebes Tagebuch, 

heute Morgen wurde ich wieder von der Sonne geweckt, was meine Vorfreude auf den heutigen Tag noch mehr gesteigert hat. Denn heute starteten endlich die Workshops. Ich bin zum Glück in meiner ersten Wahl gelandet. Ich bin im „Molkerei Workshop“ dabei. Nach dem Frühstück ging´s direkt los und wir sind auf einen Bauernhof gefahren. Der Landwirt hat uns über seinen Bauernhof geführt, uns seinen Kuhstall und die Melkanlage gezeigt und wir konnten Kälber füttern. Das war spannend. Auf der Kuhweide standen wir mit 75 Milchkühen und seiner ältesten Lieblingskuh Ulla. Wusstest du, dass Angler Milchkühe im Schnitt 25 Liter Milch geben? Naja, auf jeden Fall habe ich vieles gesehen und erfahren, was ich vorher nicht kannte. Morgen startet die zweite Workshopphase und wir werden aus Milch Frischkäse, Mozzarella, Buttermilch und vieles mehr herstellen, da freue ich mich drauf! Auch die anderen Workshops klingen cool… es gibt z.B. Möbel restaurieren, Kreatives in der Küche, das Festivalgelände aufbauen, eine Fahrradladestation, „Hack the Game“ (Computerspiel (um-)programmieren), ein Musikvideo drehen, kreatives Schreiben, Kettenreaktion, Football, Wieseverstehen (eine kleine Neukirchen Gärtnerei), ein Fantasy-Rollenspiel (Pen & Paper). In meinem Zelt haben sich fast alle für einen Workshop angemeldet und sind alle begeistert, auch wenn sie nicht so viel Glück hatten wie ich und nur ihren Drittwunsch bekommen haben.

Die Sonne war wirklich krass heute, deshalb haben wir draußen zu Mittag gegessen und natürlich vorher unseren Lagertanz abgefeiert: Fleur East mit dem Titel Sax. Der Song gefällt mir jedes Mal besser. Nach dem Mittag gab es eine lange Kioskzeit. Ich hab mir ein Snickers Eis gekauft, aber leider war es ein gefrorener Schokoriegel, da hat sich wohl jemand einen schlechten Scherz erlaubt. Später stand das A&B Spiel auf dem Plan. Ein wirklicher Zeltlagerklassiker, der nicht fehlen darf. Das Gelände wurde in zwei Hälften geteilt und es traten die beiden Dauerbrenner-Teams gegeneinander an. Kurz vor Schluss konnte mein Team noch ein paar Treffer landen und schaffte den glücklichen Ausgleich zum 44:44. Zum Glück, denn das Gewinnerteam hätte 25 Punkte auf der ewigen Dauerbrenner Punktetafel erhalten, so blieb alles beim Alten.

Das Abendessen fand wieder draußen statt, so kann es von mir aus immer weiter gehen. Abends war ich etwas skeptisch, denn es stand „Meine Zeit“ auf dem Tagesplan im LaLei, damit konnte ich nicht so viel anfangen. Als mein_e Zeltbetreuer_in mir dann aber erklärt hat, was das ist, wusste ich, was ich heute Abend machen kann: ALLES! „Meine Zeit“ bedeutet, dass alle, auch die Betreuer_innen, dass machen können, was sie möchten. Keine Verpflichtungen, kein gar nix. Klingt irgendwie langweilig, aber sich bewusst Zeit nehmen für die kleinen Dinge und den ein oder anderen Klöönschnack zu halten hat vielen richtig gut getan. Zumindest mein Zelt hat ein positives Feedback gegeben und sieht Wiederholungsbedarf. Zwar haben wir „nur“ mit den Mädels aus dem Nachbarzelt auf der Wiese gechillt, aber wenn man über den Lagerplatz geschaut hat, dann war überall was los. Es wurde getappt, ein Mädchen hat Gitarre gespielt, andere haben gebaut und gebastelt, es hingen überall Hängematten, Volleyball und und und… das war richtiges NK-Feeling.

Nun liege ich todmüde im Bett und kann von meinem Zelt aus den Punktestand vom Dauerbrenner Spiel sehen. Team Rot hat heute richtig abgeräumt und liegt nur noch 3 Punkte hinter Team Blau. Morgen früh um 9:30 Uhr steht die nächste Runde an. Ich bin heiß drauf. Es ist so viel los hier, ich habe bestimmt einiges vergessen, aber ich bin zu fertig, um weiter zu schreiben. Morgen geht´s wieder ab, die schönste Zeit im Jahr.

Bis morgen!

Tage