– Tag 6

Liebes Tagebuch, 

wie angekündigt gab es Heute einen Mottotag. Es sollte ein "Walking Dead" Mottotag sein. Kenn ich nicht, mal wieder ein Trend an mir vorbei gegangen. Jedenfalls hat Neukirchen sich in eine postapokalyptische Welt verwandelt. Die meisten von uns Teilnehmenden waren "Überlende" und haben sich auf die drohende Zombieapokalypse vorbereitet. Aha es geht also um Zombies, das hat es mit diesem Walking Dead auf sich. Hätte ich auch irgendwie drauf kommen können, rein von Namen her , aber soweit denke ich dann auch wieder nicht. 

Was ich an diesem Tag wirklich beeindruckend fand ist die Tatsache, dass dieser Mottotag aus der 3-Tages Vorausplanung entstanden ist. Heißt die Betreuer_innen haben sich den nicht auf den Vorbereitungen ausgedacht, sondern haben unseren Wunsch realisiert und den Tag umgesetzt. Das finde ich sehr geil und motiviert mich noch mehr an der 3-Tages Vorausplanung teilzunehmen, auch wenn Zombies jetzt nicht so mein Ding sind... rein von Angst und Gruselfaktor her. Aber der Tag hat nun mal sehr viele Stimmen/Likes bekommen und scheint damit auch von den Meisten erwünscht zu sein. Und ich sollte meine Meinung über Zombies am Ende des Tages auch ändern.

Am Vormittag haben wir mit Meiner Zeit gestartet. Dabei liefen schon ein paar vereinzelte Zombies über den Zeltlagerplatz, so bedrohlich wirkten die aber nicht. Bei dem Dauerbrenner (Blau führt noch immer) spielten auch ein paar mit und uns wurde vorher erklärt, dass Zombies ja auch nur Menschen sind und ein Recht auf ein schönes Leben (wohl eher Zeltlager) haben. Ich glaube das war nicht so ernst gemeint, auf jeden Fall haben sie zum Spielspaß beigetragen. Danach habe ich bis zum Mittagessen weiter an unserem Riesenmandala gemalt und in einer der vielen Sofaecken eine bisschen gequatscht.

Nach dem Mittagessen haben ich erstmal ausführlich im Konsum eingekauft. Meine Vorräte sind schon etwas aufgebraucht, aber zum Glück kommt ja am Sonntag zum Elternbesuchstag ja Nachschub. Der Konsum ist unserer begehbarer Kiosk, der eine breite Auswahl an Naschkram, Chips, Schokoriegeln, Getränken und Eis bietet. Ich hab noch etwas mit dem Marktleiter geredet und er erzählte mir ausführlich, dass der Konsum "Kónnsumm" gesprochen wird wird und nicht wie das kapitalistische Konsum von konsumieren. Keine Ahnung warum das irgendwie wichtig sein sollte, aber wird schon stimmen, er ist ja schließlich Marktleiter. 

Am Nachmittag gab es dann ein richtiges Zombie Großspiel. Wir spielten als Zelt zusammen und versuchten uns durch die Zombiewelt unerkannt hindurchzubewegen, um ein Survivalkit zu sammeln. Das Problem daran war, dass der Lagerplatz voll von Kreisch- und Speedzombies war. Die einen dumm und langsam, die Anderen flink und böse. Wir sollten uns als Zombie getarnt über den Platz bewegen, um nicht aufzufallen, sonst wurde man in den Zombiekäfig gesteckt. Mega gutes Spiel! Ich hatte das Gefühl, dass Alle voll dabei waren. Auch die Verkleidungen, inklusive gruselig geschminkten Gesichter, der Betreuer_innen waren geil. So kommt man gleich in Stimmung. Am Ende sollten wir uns einer Untergrundbewegung von Überlenden anschließen. Wir haben nicht gewonnen, aber das war auch zweitrangig. 

Am Abend ging die Story dann mit einem weiteren Spiel weiter. Dieses Mal war die Grundstimmung deutlich anders. Wir haben im Dunklen gespielt und hatten Waffen und andere Hilfsmittel, um die Zombies in Sacht zu halten. Wir sollten als Zeltlager zusammen Codes sammeln, um den Zugang zu einem Heliport zu öffnen, damit wir vor den Zombies fliehen können. Gute Idee mal etwas Zusammen zu machen und nicht immer gegen die anderen Zelte zu spielen.  Ich gebe zu ich habe mich mehrmals erschreckt und die Zombies haben uns gut in Bedrängnis gebracht. Nicht, dass es unangenehm wurde, sondern genau richtig für das Spiel und die Situation. Spannende Geschichte sage ich dir.

Die Stimmung in unserer Zeltgemeinschaft war allerdings leicht angespannt. Komisch eigentlich, da ich die Anderen schon lange kenne und wir fast nie Meinungsverschiedenheiten haben. Ich glaube das hängt damit zusammen, dass wir uns nun schon an Tag 6 befinden und die Müdigkeit und Erschöpfung bei Einigen zu spüren ist. Zum Glück gibt es Morgen einen Ausschlaftag für das ganze Zeltlager. Genau zum richtigen Zeitpunkt wie ich finde, das hat das Betreuerteam gut antizipiert würde der Fussballkommentator sagen. Ausschlaftag heißt für mich auch noch mal die letzte Energie aufbringen und in der Nacht ordentlich Schabernack treiben, natürlich nicht anmalen oder so ein Quatsch. Generell finde ich Späße auf Kosten anderer Teilnehmer eher daneben, ist wohl nicht meine Art von Humor. Naja genug erzählt, das war ein rundum gelungener Tag und ich freue mich auf Morgen. Die Teamsitzung der Betreuer fängt an und das heißt für mich erstmal rauslaufen und die anderen Zelte besuchen.

Gute Nacht liebes Tagebuch

Tage